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Na und?

Lorenz Frank

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Gerd Fleischmann: Tschichold – na und? Band 3 der Reihe Ästhetik des Buches. Göttingen : Wallstein, 2013. 80 Seiten. ISBN 978-3-8353-1353-8

Eine Antwort ist Gerd Fleischmann auf der Frankfurter Buchmesse Andrea Meier in dem Gespräch bei 3sat schuldig geblieben. Die Regie hat nach exakt 15 Minuten Schluss gemacht. Warum also »na und«? Jan Tschichold hat immer nach richtig und falsch unterschieden. Dabei hat er sich über die Jahre auch selbst widersprochen. So hat er in seinem ersten Buch Die neue Typographie (1928) DIN-Formate für Bücher empfohlen und auch selbst genutzt, später aber gerade die Proportionen dieses Formats als völlig ungeeignet abgelehnt, etwa für Romane. In dem Aufsatz ›Willkürfreie Maßverhältnisse der Buchseite und des Satzspiegels‹ (1962) lehnt er DIN A5 als Buchformat rundweg ab. Der lange Aufsatz ist trotzdem interessant zu lesen, da er zum Schluss den Schlüssel für eine gute Buchgestaltung bereit hält, das Verhältnis des Satzspiegels zu Format.

»Na und?« spielt im Blick zurück auch darauf an, dass Jan Tschichold nicht gesehen hat oder nicht sehen wollte, was 1968 und danach entstanden ist, weder die visionären Ideen von Marshall Mac Luhan noch die Arbeiten von Ferdinand Kriwet. Die Dé-coll/agen von Wolf Vostell mit ihrer Zerstörung von Gedrucktem und Infragestellen des Lesbaren müssen ihm ein Gräuel gewesen sein. Auch wenn diese Ansätze nicht auf das Buch zielten, hatten und haben sie Einfluss auf das Medium.

 

 

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